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Anteilnahme und Einfühlungsvermögen

21. Aug.
2 Min. Lesezeit

Anteilnahme und Einfühlungsvermögen sind ganz wörtlich zu nehmen.

Sie beschreiben den Anteil an Welt, den wir in uns drin wahrnehmen und fühlen können.



Unsere Anteilnahme für die Aussenwelt spiegelt unsere Anteilnahme, welche wir für uns selbst aufbringen. Wo wir unseren Gefühlen widerstehen, widersetzen wir uns den Gefühlen Anderer.

Unsere Fähigkeit zum Mitgefühl entspricht der Welt, die wir zu empfangen und in uns zu fühlen bereit sind. Je mehr Welt wir geworden sind, desto mehr Welt können wir fühlen.


Wir sind eine Art Resonanzkörper. Je freier und offener wir mitschwingen, desto voller erleben wir die emotionalen Schwingungen eines anderen Menschen - in uns drin. Alles

Erleben findet in uns statt. Wo wir nicht mitschwingen können, haben wir noch kein Bewusstsein aufgefächert. Da sind unsere Saiten noch verklebt, nicht frei.

Mit dem Prozess des Welt-Anverwandelns schaffen wir neben dem Mitgefühl auch Freiheit. Was wir in uns aufnehmen können, das befreien wir in die Selbstständigkeit unseres Gegenübers zurück. In seine Eigenbefähigung.

Je mehr Anteile wir in uns wahrnehmen und fühlen, desto befreiter, fähiger, und selbstermächtigter kann sich unser Gegenüber fühlen, weil wir ihn nicht mit unseren nicht integrierten Anteilen belasten, besetzen und in unsere Welt einnehmen. Wir lassen ihn in seiner eigenen Welt, in seiner eigenen Welt-Erfahrung.

Je mehr wir die Aussenwelt von unseren Anteilen befreien, und diese stattdessen in uns fühlen, desto unbelasteter kann unser Gegenüber aus sich heraus in seine eigene wachsende Stabilität gelangen, und damit selbst mehr Welt aneignen.

Wir unterstützen uns gegenseitig, immer mehr Welt zu werden. Lebendigkeit zu werden. Und uns aus unseren inneren Welten heraus ieweils selbst zu nähren.

Da wo wir uns fühlen - da können wir die Welt fühlen. Hier liegt Intimität.

Je näher wir in Fühlung mit dem Leben kommen - desto intimer wird das Empfinden. Leben erleben ist das vielleicht Intimste.

Weil wir ganz auf Tuchfühlung mit uns selbst/dem Leben/dem Unaussprechlichen selbst kommen. Das Leben wird wieder Leben. Und die Welt wird wieder Welt. Mit jeder Integration ein Stück mehr.

Intimität taucht da auf, wo sich die Welt als Welt erfährt. Oder das Leben als Leben sich selbst erlebt, in all seinen Facetten, die wieder zusammengefunden haben.

 
 
 

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